Facebook. Ein Medium von heute. Das Medium von heute? Diese Frage ist hier und jetzt ausnahmsweise mal unwichtig. Ob man dieses soziale Netzwerk als Teufelszeug oder nützliches Hilfsmittel sieht ist egal, es gibt immer genug darüber zu schreiben. So gäbe es ohne besagte Plattform diesen Artikel hier nicht. Worum es geht? Nun ja, ich hatte letzte Nacht einen höchst amüsanten Chat mit einer alten Bekannten. Es ging um die Irrungen und Wirrungen moderner(?) Beziehungen und den Weg zu einer solchen. Die Quintessenz:
Aus gescheiterten Beziehungen zieht man im besten Fall Lehren und schleppt im schlimmsten Fall anschließend einige Macken mehr mit durchs Leben. In jedem Fall wird man auf die ein oder andere Weise geprägt, so dass mittlerweile die größte Lehre, die ich bisher aus gescheiterten Beziehungen gezogen habe, die ist, dass meine erste Frage beim Kennenlernen mittlerweile nicht mehr dem Namen, Alter oder Beruf gilt, sondern folgendermaßen lautet: “Hattest du eine schöne Kindheit?”
Warum? Ganz einfach: Frauen (und umgekehrt sicherlich genauso Männer) verkorksen durch -äh- nicht ganz so schöne Kindheiten, bringen dies in eine Beziehung mit und verdrehen einen vorher netten Typen zu einem Arschloch. Sie schaffen sich quasi ihre eigenen Monster, über die sie sich dann wiederum in ihrer nächsten Beziehung aufregen. O-Ton: “Männer in meinem Alter sind ja noch kaputter, wegen der Frauen mit komischer Kindheit!”
Da draussen ist ein Dschungel! Frauen treffen anscheinend nur Männer, die witzig aber hässlich sind, schön aber hohl, clever aber vergeben, solo aber mit Kind oder ohne Kind, solo, mit Arbeit – aber erst 16 oder 56. Frauen drängen sich in solch einer Situation dann als erste Fragen folgende auf: “Wie viele Kinder hast Du?”, “Sind das Deine eigenen Zähne?” und “Gehst Du regelmäßig arbeiten?”
Männer dagegen haben häufig Angst vor Frauen auf Augenhöhe: “Wenn eine Frau sich dem Mann nicht unterordnet, kann es mit der Beziehung nicht klappen!” Sie: “Sobald Du mir ein Mammut erlegst, werde ich mich unterordnen.” Er: “Wer ist Mammut? Ein Kerl? Etwa ein Türke? Ein Land? Ich hau’ den!”. Dies bestätigt die “schön aber hohl”-Theorie. Schlimmer als Idiotie oder Arroganz ist die Kombination aus beidem. Von Ignoranz oder fehlendem Verständnis für Ironie will ich hier gar nicht erst anfangen.
Unterhaltungen in einer Beziehung sollten auch nicht enden bei Fragen wie “Was essen wir heute?” oder “Hat der Film schon angefangen?”. Erst recht sollte ein Dialog nicht so aussehen: “Wie findest du das, was bei den Griechen gerade passiert?” Erschrecken in der Stimme: “Wie? Ist der Gyrosteller schon wieder teurer geworden?!”
So in der Art verlief der gesamte Chat, während dem ich des öfteren laut auflachen mußte. Wir kamen zu dem Schluss, dass unsere gesammelten Erfahrungen ausreichen, um ein gemeinsames Buch zu schreiben. Einen Flirt- und Beziehungsratgeber. Ratgeber? Hm. Vielleicht auch eher so was in Richtung “Die Beziehung ist dem gesunden Geist sein Tod.”
In diesem Sinne: Haltet die Augen und Ohren offen! Es herrscht Krieg da draußen an der Geschlechterfront! Und vor allem: Haltet Ausschau nach unserem Buch!


Wie Wahr!